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Von Traditionen, Veränderung & Lebenssinn

Heute möchte ich dir eine kleine Geschichte von mir erzählen.

 

Als Kind, Jugendliche und junge Erwachsene war ich fernsehabhängig. Das allererste was ich getan habe, als ich nach Hause kam, war den TV anzumachen. Manchmal noch bevor ich die Jacke ausgezogen hatte.

 

Der Fernseher lief bei uns Zuhause im Grunde permanent. Von früh bis spät. Ich hatte auch einen in meinem Schlafzimmer und habe mir oft den Timer gestellt, damit er von alleine ausgeht, wenn ich mit seinem Gedudel eingeschlafen bin.

 

Als ich mit 23 nach Paris zum Erasmus-Studienjahr gezogen bin, hatte ich das erste mal in meinem Leben keinen TV mehr. Ich hatte aber einen Laptop und habe mir dann eben Serien angeschaut. Aber immerhin musste ich aktiv werden und hatte diese passive Dauerbeschallung nicht mehr.

 

Zurück in Deutschland entschloss ich, meinen alten Fernseher abzugeben und keinen Neuen mehr in meine Wohnung zu lassen. Das Jahr ohne Fernsehen hatte mir die Augen geöffnet.

 

Als ich 2015/2016 in meinen schlimmsten Colitis-Schub schlitterte und wieder an zuHause gekettet war, brachte mir meine Mutter ihren altern Fernseher vorbei, damit ich mich nicht so alleine zuhause fühlte.

 

Ich fiel sofort wieder in alte Muster zurück. Habe den ganzen Abend sinnlos hin- und hergezappt ohne wirklich coole Sachen zu sehen. Nachmittags lief dann sowas wie Shopping Queen hoch und runter.

 

Doch etwas hatte sich in mir verändert: mir wurde auf einmal bewusst, was diese “Röhre” mit mir anstellte. Ich beobachte mich. Als ich abends den Fernseher ausschalte und ins Bett ging spürte ich Leere und war alles andere als entspannt. Ich spürte von Tag zu Tag, dass mir das Gerät nicht gut tat, sondern eher ein Energieräuber war.

 

Eines Tages entschloss ich, den Fernseher wieder abzugeben. Ich schrieb es mir in mein Notizbuch als großen Wunsch auf und verkaufte ihn wenige Wochen später.

 

Seitdem haben sich meine Abende dahingehend verändert, als dass ich nun aktiv entscheide, was ich mit meiner Zeit anfange und begann mich mit Themen zu beschäftigen, die mich wirklich interessierten. Ich begann mich mit Ernährung und gesundem Lebensstil zu beschäftigen, belegte Seminare und begann mich weiterzubilden. Damals – 2016 – legte ich somit den Grundstein für meine heutige Selbstständigkeit als Ernährungs- und Stresscoach.

 

Was möchte ich dir damit sagen? 

 

Diese Geschichte ist nur ein Beispiel, veranschaulicht aber sehr schön die Bedeutung folgender 3 Sätze:

 

1. Bewusstsein schafft Lebenssinn.

Erst, als ich mir bewusst wurde, was meine Fernsehaktivitäten mit mir machten, war ich bereit und motiviert, etwas zu ändern und meinen Lebenssinn zu finden. Ich habe mich nicht mehr passiv beschallen lassen, sondern mich mit mir selbst auseinandergesetzt.

 

2. Funktion vor Tradition.

Nur weil ich etwas jahrelang “immer so gemacht habe”, heißt das nicht, dass ich es auch heute noch so machen muss. Lebensumstände verändern sich. Menschen verändern sich. Ich bin mental gewachsen und habe meine Traditionen (bzw. Gewohnheiten) hinterfragt und angepasst.

 

3. Wenn du nichts änderst, ändert sich nichts.

Erst als ich den Fernseher bewusst und endgültig aus meiner Wohnung verbannt hatte, veränderte sich in meinem Leben wirklich etwas. Es war eine kleine Stellschraube, dir viele neue Prozesse ins Rollen gebracht hat. Wo wäre ich nur, wenn ich weiterhin den ganzen Tag fernsehen würde?

 

Was früher der Fernseher war ist heute wohl das Smartphone. Erkennst du dich in der Geschichte wieder? Wieviel Zeit verbringst du in der Passivität der Bildschirm-Medien?

 

Beobachte dich diese Woche doch mal dabei, wie du dich fühlst, nachdem du Bildschirm-Medien konsumiert hast. Was macht es mit dir, deinen Gedanken, deinem körperlichen Wohlbefinden und deinem Leben?

 

Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Genesungsweg!

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